Die SPD tritt an, Ihre Lebensqualität in Herrsching, Breitbrunn und Widdersberg zu verbessern.

Wir arbeiten …

  1. Für ein fußgänger- und fahrradfreundliches Herrsching
  2. Für die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs
  3. Für die lokale Energiewende
  4. Für ein breites Bildungsangebot in Herrsching
  5. Für eine engagierte Jugendarbeit
  6. Für ein soziales Miteinander
  7. Für ein barrierefreies Herrsching
  8. Für die Herrschinger Kulturszene
  9. Für eine soziale und naturverträgliche Ortsentwicklung
  10. Für eine umweltfreundliche Wirtschaftsförderung.

Im Einzelnen:

1. Für ein fußgänger- und fahrradfreundliches Herrsching

Unser jahrelanger Einsatz für ein fußgänger- und fahrradfreundliches Herrsching trägt erste Früchte: das neue Leitbild der Gemeinde für eine zu­kunftsfähige Mobilität setzt sich zum Ziel, dass bis 2020 mehr als die Hälfte aller Wege im Um­weltverbund zurückgelegt werden. Zudem ist mit unserer Unterstützung ein Gesamtverkehrs­konzept in der Entstehung. Die Bestands­analyse von Seiten der Verkehrsexperten bestätigte unsere Kritik an der einseitigen Ausrichtung der Verkehrspolitik in Herrsching auf das Auto.

In der nächsten Wahlperiode geht es deshalb darum, konkrete Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer entschlossen voranzutreiben und umzusetzen. Dafür stehen wir!

Wir unterstützen die Initiativen im Gesamtverkehrskonzept zur fußgänger- und fahrradfreund­lichen Gestaltung des Straßenraums z. B. durch Fußgängerquerungshilfen, Verkehrsinseln, neue Radwege und die Umgestaltung der vorhandenen Tempo30-Zonen ausdrücklich, verges­sen dabei aber nicht die weiteren Schritte hin zu einer zukünftig gerechteren Aufteilung des Verkehrsraums zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern. Besonders das Orts­zentrum, d.h. den Bahnhofsvorplatz, Zum Landungssteg, die See-, Bahnhof- und Hanauer-/ Madeleine-Ruoff-Straße sowie die Summer­straße wollen wir zu einem attraktiven Bereich um­gestalten, in dem sich Fußgänger, insbesondere auch Familien mit Kindern, Senioren sowie Touristen gern aufhalten. Deshalb streben wir dort im Rahmen eines Modell­projektes die Er­richtung einer Begegnungszone an, in der Fußgänger Vorrang vor allen ande­ren Verkehrs­teilnehmern haben. Wir versprechen uns davon eine wesentliche Erhöhung der Sicherheit für Fußgänger, die in den Straßen entspannt flanieren und einkaufen können, für Kinder auf ihrem Schulweg sowie für Senioren. Weniger Autos und ein entschleunigter Verkehr machen das Ortszentrum für Bürger, Tou­risten, Einzelhandel und Gastronomie attraktiver.

Vor dem Strandbad Seewinkel fordern wir weiterhin einen verkehrsberuhigten Bereich, um die beiden Teile der Uferpromenade endlich zu verbinden.

Die Schulwegsicherheit ist bei den bestehenden Schulen dringlich zu verbessern. Beim neuen Gymnasium ist die Schulwegsicherheit von Anfang an bei der Verkehrserschließung mit ober­ster Priorität zu berücksichtigen. Eine Platzierung des Gymnasiums direkt an oder neben einer Er­schließungs­straße für das Gewerbegebiet lehnen wir aus Sicherheits- und Lärmgründen ab. Schwerpunkt ist für uns eine sichere Anbindung des Gymnasiums und der an­deren Schulen sowie der Kindergärten an das Fußgänger- und Radfahrernetz des Herrschinger Gesamtver­kehrskonzeptes.

2. Für die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs

Wir fordern einen lückenlosen ganztägigen 20-Minu­ten-Takt für die S8 bis Herrsching auch in den Abendstunden. Außer­dem ist eine Modernisierung des MVV-Tarifsystems mit dem Ziel einer Vereinfachung und leistungsgerechten Ausgestaltung der Tarifstruktur geboten. Es ist z.B. nicht länger hinzuneh­men, dass Herrschinger Pendler für ein reduziertes Angebot an S-Bahn-Verbindungen einen um 50% höheren Fahrpreis entrichten müssen. Unser mittelfristiges Ziel ist die Einführung einer Express-S-Bahn im Berufsverkehr.

Vom Landkreis Starnberg fordern wir den Ausbau des Busangebots zwischen den Herrschinger Ge­meindeteilen. Der Fahrplan ist zu verdichten und insbesondere für Schüler/innen und Berufs­tätige aus Breitbrunn und Widdersberg auf den S-Bahn-Takt auszurichten. Ausbau und Fahr­planver­dich­tung sind stärker und schneller vorzunehmen als bisher geplant.

Außerdem ist die Attraktivität des Busangebots durch die Einrichtung weiterer, ansprechend ausgestatteter Haltestellen in allen Ortsteilen zu verbessern. Nur ein attraktives Zubringer-Angebot für Pendler vermindert den Druck auf den Herrschinger Verkehr und die Park&Ride-Anlage am S-Bahnhof. Deshalb fordern wir einen Ausbau des regionalen Busverkehrs in Rich­tung Starnberg, Weilheim und Dießen.

Unabhängig von zukünftig zu erhoffenden Verbesserungen wie z.B. durch die 2. Stammstrecke müssen Landrat, Bürgermeister und der Herrschinger Gemeinderat sich stärker um diese oben genannten Mobilitätsinteressen der Herrschinger Bürger/innen kümmern. Die von uns bereits seit Jahren geforderten Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr sind möglich, wenn man endlich einmal den damit verbundenen finanziellen Aufwand abwägt mit den hohen gesellschaftlichen Kosten des motorisierten Individualverkehrs und dessen Umwelt- und Klima­belastung.

3. Für die lokale Energiewende

Wir wollen in unserer Gemeinde die Ziele des Klimabündnisses sowie die lokale Umsetzung der vom Kreistag Starnberg beschlossenen Energiewende 2035 voran­treiben.

Hierfür fordern wir die Einführung einer gemeindlichen Energie- und CO2-Bilanz für Herrsching mit konkreten Jahreszielen, die im Zuge der Haushaltsplanung vom Gemeinderat zu beschlie­ßen sind. Dabei ist der jährliche Zielerreichungsgrad dem Gemeinderat vorzulegen. Zu erfassen sind sämtliche Gebäude und der gesamte Verkehr in der Gemeinde.

Als weiteren Baustein streben wir die Übernahme des Stromnetzes in kommunale Bürgerhand an.

Um die Aufgaben der lokalen Energiewende zu bündeln, treten wir für eine Ausweitung der ge­meind­lichen Energieberatung hin zu einem/r Energiemanager/in ein. Der/die Energiemanager/in soll Konzepte und Ideen entwickeln zu Jahreszielen und zur Umsetzung der gemeindlichen Energie- und CO2-Bilanz, zur Übernahme des Stromnetzes, aber auch zu Fragen der lokalen Stromerzeu­gung und eines entsprechenden Energiemanagements.

Die lokale Energiewende ist ohne eine Mobilitätswende nicht zu schaffen. Die Gemeinde soll nach unserem Willen durch entsprechende Rahmenbedingungen wie z. B. öffentliche Solar­parkplätze, Vorzugsstellplätze für Elektrofahrzeuge (z. B. in unmittelbarer Bahnhofsnähe) und sichere, über­dachte Einstellmöglichkeiten für Fahrräder und E-Bikes ihren Beitrag zur Mobi­litätswende leisten.

Wir fordern die konsequente Förderung von umweltverträglichen Mobilitätsformen, von einer fußgänger- und fahrradfreundlichen Ortsgestaltung über einen komfortablen öffentlichen Nah­verkehr bis zur Unterstützung der Elektromobilität.

Im Gemeinderat wollen wir aus dem Kreis der Gemeinderäte/innen einen Referen­ten / eine Referentin für die Energie- und Mobilitäts­wende berufen.

4. Für ein breites Bildungsangebot in Herrsching

Das neue Gymnasium ist eine große Chance zur qualitativen Verbesserung des Lernangebots in Herrsching. Wir treten dafür ein, am Gymnasium, aber auch an der Volks- und an der Real­schule, Lernmodelle einzurichten, die eine individuelle Entwicklung und Förderung der Schüle­rinnen und Schüler ermöglichen, soweit dies im begrenzten Rahmen des gegliederten bayeri­schen Schul­systems möglich ist.

Deshalb wollen wir am neuen Gymnasium ein Angebot nach den Anforderungen des Münchner Lernhauskonzeptes realisieren in Verbindung mit der Einrichtung gebundener Ganztagesklas­sen. Das Lernhauskonzept ist dabei bereits bei der Raumgestaltung des neuen Schul­gebäudes zu be­rücksichtigen.

Auch für die bestehenden Schulen in Herrsching fordern wir ein bedarfsgerechtes Angebot ge­bun­dener Ganztagesklassen.

Beginnend mit dem Gymnasium wollen wir die Schulen zu Inklusionsschulen umgestalten, was eine entsprechende personelle Ausstattung aller Schulen hinsichtlich Lehrer/innenanzahl und deren fachlicher Ausrichtung durch den Freistaat Bayern erfordert.

Bei der Einrichtung des gebundenen Ganztagesangebots wollen wir sowohl die Kooperation zwischen den Schulen als auch mit den Herrschinger Vereinen weiter verbessern und ausbau­en.

Gleichzeitig bietet sich durch das neue Gymnasium auch für unsere Herrschinger Vereine eine gute Möglichkeit, die beengte Hallensituation im Ort zu verbessern. Deshalb sollen die Anliegen der Vereine bereits bei der Hallenplanung einfließen. Neben den vielfältigen Anfor­derungen für den Breitensport wollen wir auch die Erfordernisse für den Spitzensport, z. B. im Hand­ball- und Volleyballbereich, abdecken können.

5. Für eine engagierte Jugendarbeit

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen (G8, Zeitorganisation von Bachelor-Studien­gängen etc.) haben Jugendliche heute weniger Freizeit als noch vor zehn Jahren. Das jugend­liche Ehrenamt wird in der Folge von jungen Menschen teilweise eher als Kompe­tenztraining gesehen statt als Gestaltungsaufgabe von Jugendarbeit.

Die Jugendarbeit ist für uns mehr als nur Freizeitgestaltung für Jugendliche. Unserer Ansicht nach ist das Einüben sozialer Kompetenzen außerhalb der Schule, die Übernahme konkreter Verantwortungsbereiche und die Zusammenarbeit im Team nicht nur für den Einzelnen son­dern auch für das Umfeld unverzichtbar. Wir wollen deshalb die Rahmen­bedingungen für die in der Ju­gendarbeit tätigen Vereine, Organisationen und Verbände weiter auszu­bauen.

Auch zwischen Schulen und den in der Jugendarbeit Tätigen ist eine mögliche Kooperation zu prüfen und zu intensivieren. Der Nutzen wäre für beide Seiten von Vorteil.

Jugendliche sind vor allem in ihrer Rolle als Jugendliche wahrzunehmen. Deshalb ist das Ju­gendhaus Stellwerk neben Elternhaus und Schule ein guter Ort, um identitätsstiftend zu wirken. Im Hinblick auf die zukünftige Generation ist eine Aufstockung der hauptamtlichen Jugend­pflegerstellen hier unser wichtiges Ziel. Streetworker fehlen ganz, es besteht aber Bedarf, vor allem im Sommer.

6. Für ein soziales Miteinander

Der Landkreis Starnberg ist ein reicher Landkreis, doch auch hier leben Bürgerinnen und Bür­ger, die nicht an diesem Reichtum teilnehmen. Deshalb unterstützen wir engagiert die Herr­schinger Tafel, die jede Woche bedürftige Familien mit Lebensmitteln versorgt.

Das Engagement der Senioren-, Behinderten- und Jugendbeiräte ist für Herrsching unverzicht­bar. Die Herrschinger Insel und das Integrationsteam tragen viel zum sozialen Miteinander bei. Diese Institutionen gilt es in regelmäßigen Gesprächskreisen für Entscheidungen, die be­sonders diesen Personenkreis betreffen, heranzuziehen.

Mit ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen ist Herrsching gut versorgt. Es fehlt hier aber die Möglichkeit der Tagespflege. Die SPD setzt sich für die Errichtung eines Bürger- oder Mehrgenerationenhauses ein, in der diese Pflege stattfinden kann. Darüber hinaus können sich dort Angehörige verschiedener Generationen begegnen, austauschen und sich gegenseitig unterstützen.

7. Für ein barrierefreies Herrsching

Die Räume in Herrschings Wahrzeichen, dem Kurparkschlösschen, werden genauso wie das Haus in der Bahnhofstraße 38, in dem die Herrschinger Tafel, die Herrschinger Insel und der Herrschin­ger Hilfsdienst untergebracht sind, vielfach genutzt. Doch alle diese Räume können heu­te nicht oder nur schwer von gehbehinderten und älteren Menschen betreten werden.

Dieser Zustand ist in einer Zeit, in der die UN-Konvention über die Rechte von Men­schen mit Behinderungen seit 2008 allen den barrierefreien Zugang zu öffentlichen Gebäuden zuspricht, nicht weiter hinnehmbar.

Die SPD-Fraktion fordert deshalb seit Jahren vom Gemeinderat, die von einem Architekten aus­gearbei­tete Planung für den Einbau eines (barrierefreien) Aufzuges im Kurparkschlösschen zu prüfen – bislang trotz Unbedenklichkeitsbescheinigung des Denkmalschutzamtes vergeblich.

Die Gemeinde hat die Chance, das Kurparkschlösschen im Zuge der jüngsten brandschutztech­nischen Sanierung und Renovierung auch barrierefrei zu gestalten, leider nicht genutzt. Wir werden aber dieses Vorhaben auch in der neuen Sitzungsperiode des Gemeinderats auf die Tagesordnung setzen. Dasselbe gilt für unsere Forderung nach Einbau eines Plattformlifts für Rollstühle und Einrichtung einer behindertengerechten Toilette in der Bahnhofstraße 38.

8. Für die Herrschinger Kulturszene

In letzter Zeit hat sich das kulturelle Angebot in Herrsching nicht zuletzt durch das Engagement des Kulturvereins vielfältig verbessert. Um die kulturelle Entwicklung in der Gemeinde weiter zu fördern, streben wir im Rahmen der Neugestaltung des Bahnhofsareals dort die Schaffung eines Begegnungs- und Kulturzentrums an. Dort könnten u. a. Theater- und Musikaufführungen stattfinden, Ausstellungen durchgeführt, die Bibliothek mit Lesesaal angesiedelt und ein Café eröffnet werden. Den mit der Bahn anreisenden Gästen wird damit gleichzeitig ein freundlicher Empfang bereitet.

9. Für eine soziale und naturverträgliche Ortsentwicklung

Nach allen Prognosen wird der Zuzug in die Metropolregion München und damit auch in den Landkreis Starnberg weiter anhalten.

Um die Gemeinde für Familien mit Kindern – sowohl Einheimische als auch Zuzügler – wieder attraktiv zu machen, wollen wir uns einsetzen, dass die Gemeinde ihre Möglichkeiten aus­schöpft, um die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu unterstützen.

Dabei ist der verdichteten Bebauung innerhalb des Ortes Vorzug einzuräumen vor einer weite­ren Landschaftszersiedelung und den damit verbundenen negativen Folgen für Menschen und Natur durch Zerstörung wertvoller Naturräume. Wir treten dafür ein, dass Neubauten in Zukunft nur genehmigt werden, wenn sie sich in die Eigenart ihrer Umgebung einfü­gen. Unsere Ge­mein­de muss als Erho­lungs­gebiet Münchens und besonderer Anziehungspunkt für den Tourismus erhalten bleiben und vor Grundstücksspekulation geschützt werden.

10. Für eine umweltfreundliche Wirtschaftsförderung

Um Arbeitsplätze am Ort zu erhalten und neue zu schaffen, ist eine gezielte Förderung von Unternehmen erforderlich, die zu unserer wunderschönen Natur passen und diese nicht zer­stören. Zu Herrsching passt: Produzierendes Gewerbe mit geringem Flächenbedarf und ohne Umweltemissionen, Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, Dienstleister, Kreativwirtschaft, sanfter Tourismus. Um diese Unternehmen für Herrsching zu gewinnen, muss die Gemeinde ihre weichen Standortfaktoren ausbauen, z. B. schnelle und transparente Entscheidungs­prozesse im Rathaus, leistungsfähiges Breitbandnetz, breites und qualifiziertes Angebot bei Kinderbetreuung, Schulen und Bildungseinrichtungen, attraktive Einkaufsmöglichkeiten, viel­fältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, reichhaltiges Kulturangebot und ein Ortsbild zum Wohlfühlen.

Wir streben eine Kooperation mit umliegenden Gemeinden wie Inning, Weßling und Gilching bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete an. Diese Gemeinden verfügen über besser geeignete Flächen und über einen direkten Autobahnanschluss. Herrsching soll zusammen mit diesen Gemeinden Flächen von privaten Grundstücksbesitzern erwerben, um sie zusammen mit die­sen Gemeinden zu einem Gewerbegebiet zu entwickeln. Wir haben dann in Herrsching keinen Flächenverbrauch, keinen Verkehr von der Autobahn quer durchs Land und profitieren dennoch von der Gewerbesteuer. Beispiel ist das interkommunale Gewerbegebiet Inning/Wörthsee.