Am 5. Juli 2010 stellte Dr. Thomas Dalibor, Vorstandsmitglied der SPD Herrsching, dem Herschinger Gemeinerat die Begegnungszone als Lösung der Verkehrsprobleme in der Gemeinde vor, zumindest für die neuralgischen Stellen wie etwa die Summer-, See- oder Bahnhofstraße. Den Antrag der SPD-Fraktion sowie die Präsentation von Dr. Dalibor können Sie als pdf-Dateien hier herunterladen.

Am Beispiel der Summerstraße machte er deutlich, wer Bürgersteig und Fahrbahn alles nutzt und wie ungerecht die Verteilung der Verkehrsfläche ist. Während sich Erwachsene und Kinder, Kinderwägen und Rollator, Rollstuhlfahrer und mit dem Rad fahrende Kinder den Fußweg teilen müssen, finden sich auf dem Seitenstreifen parkende Autos, Radfahrer, Mofa- und Motorradfahrer wieder. Der Großteil der Summerstraße bleibt aber PKWs, LKWs und Bussen vorbehalten.

Die Begegnungszone sieht eine gleichberechtigte Straßennutzung vor. Das heißt, dass Fußgänger und Radfahrer die Straßen in voller Breite nutzen können, solange sie niemanden stören. Vor allem Familien mit Kindern, ältere Mitbürger und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen würden von dieser Regelung profitieren. Diese trauen sich vielerorts zurzeit wegen der herrschenden Verkehrssituation nicht, selbst mit dem Fahrrad zu fahren oder die Kinder allein mit dem Rad loszuschicken.

Dr. Dalibor führte auch die Verkehrszählung des Ingenieurbüros Ingevost von 2008 an, die ergab, dass der Durchgangsverkehr in Herrsching nur 16,4 Prozent des gesamten Verkehraufkommens ausmacht. Der Rest ist reiner Binnenverkehr, der auch durch besorgte Eltern verstärkt wird, die ihre Kinder nicht mit dem Fahrrad auf die Straße lassen.

Dr. Dalibor informierte die Gemeinderäte auch über ähnliche Projekte in Deutschland, z. B. in Konstanz am Bodensee, oder in der Schweiz. Dort gibt es schon viele realisierte Begegnungszonen – auch in Gemeinden vergleichbarer Größe. Herrsching könnte mit dem Projekt Vorreiter für kleinere Gemeinden in Bayern sein. Im Gemeinderat stieß das Projekt allerdings auf geteiltes Echo – Befürworter und Skeptiker hielten sich die Waage.

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